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| Presseartikel
(05.
02. 2003)NEAT-Einsprache
auf Internet
Das
derzeit aufgelegte NEAT-Auflageprojekt enthält gegenüber dem
Auflageprojekt vom Juni 2001 überhaupt keine relevanten Verbesserungen.
Nach wie vor wird eine Schächenüberquerung sowie ein Dammtrassee bei der
Überholgeleiseanlage von 3 Metern zur Realisierung aufgelegt, was zu
einer Hochbahn mitten durch den Urner Talboden führen würde. Das
Raumplanungsgesetz mit dem Grundsatz der schonenden und haushälterischen
Nutzung des knappen Bodens gilt auch für Uri. Es darf doch nicht sein,
dass unser wertvolles Kulturland im Kanton Uri für eine Hochbahn mit 6 Überholgeleisen
im Rynächt missbraucht wird. Dass es
auch anders geht, zeigt das Beispiel Heriswil (Bahn 2000). Das
wertvolle Kulturland bei Heriswil wird nach dem Bau eines Tagbautunnels
wieder hergestellt. Wir Urner haben auch wertvolles Kulturland. Eine
Hochbahn durch den Kanton Uri führt auch zu einer extremen Missachtung
der Lärmschutzvorschriften. Nebst der mechanischen Schallentwicklung
(Rad/Schiene) stellt auch der aerodynamische Lärm
(Luftwiderstand/Stromabnehmer) ein gravierendes
Problem dar.. Gianfranco Chiocchia, ein italienischer Forscher, der sich
in seinem Studium mit Aerodynamik befasste, sagte dies in einem Referat in
Altdorf bereits im April 1994. Ich zitiere;
„Ohne Nutzen sind Lärmschutzwände, weil sich der Lärm nicht
gleichmässig im Raum ausbreitet, sondern vorwiegend auf zwei seitlichen
Ebenen vom Boden aus in die Höhe steigt. Das dürfte in den Alpentäler
zu einem ernsten Problem werden, wo besonders die höher gelegenen
Siedlungen der Lärmbelastung ausgesetzt sind“. Wir
wollen die NEAT-Zufahrtslinie in einer Form und Ausführung, dass auch
unsere nächsten Generationen hier leben, arbeiten und wohnen können. Wir
wollen eine Zufahrtslinie, die in jeder Hinsicht besser abschneidet als
die heute bestehende Stammlinie. Aus diesem Grunde dürfen wir auch
niemals einer Variante Schächen hoch zustimmen, denn dieses Bauwerk wird
uns ewig erhalten bleiben und ist präjudizierend für die Linienführung
in Richtung Norden. Im
Juni 2002 fiel der Bundesratsentscheid, wonach in Uri die Variante
Berg lang realisiert werden soll, was grundsätzlich als sehr
positiv gewertet werden kann. In der jetzigen Auflage wird eine
Vorinvestition von rund 100 Mio. Franken gemacht, damit in 20 bis 30
Jahren die Bergvariante vielleicht realisiert werden kann. Der benötigte
Nachtrags-Kredit für Berg lang hat aber weder die Hürde im eidgenössischen
Parlament noch diejenige des Volksentscheides genommen. Es scheint mir nur
recht, dass diese Entscheide zuerst gefällt werden müssen, bevor über
einen solch wegweisenden, für die nächsten Generationen im Urner
Talboden entscheidenden Grundsatz abgestimmt wird. Dieser Entscheid kann,
wenn er mit der gleichen Priorität behandelt wird wie der Entscheid, die
Swiss und die Expo zu unterstützen, sehr schnell erfolgen. Auf
Grund all dieser Tatsachen werde ich, wie ich an der öffentlichen
Informationsveranstaltung in Attinghausen bekannt gegeben habe, gegen das
heutige Projekt Einsprache erheben. Das heisst, wir alle sind jetzt
gefordert. Ich rufe Sie deshalb auf, erheben Sie Einsprache. Alle Bewohner
von Attinghausen sind betroffen und berechtigt Einsprache zu erheben. Das
gilt ebenso für den Grossteil der Urner Bevölkerung, die im Talboden von
Uri und an den Flanken desselben leben. Dies ist jetzt die entscheidende
Phase, wenn wir wollen, dass das Projekt, wie es jetzt aufgelegt ist,
nicht realisiert wird. Einsprache zu machen ist im Zusammenhang mit dem
geplanten Neatbau die einzige Möglichkeit, wie sich jede Urnerin und
jeder Urner gegen das inakzeptable Projekt wehren kann. Ich zähle auf
Ihre Unterstützung und hoffe auf eine grosse Menge Einsprachen. Es geht
um die Zukunft von Uri, es geht um den Wohn- und Lebensraum für unsere nächsten
Generationen. Um
Ihnen das Einspracheverfahren zu erleichtern, mache ich meine Einsprache
übers Internet öffentlich zugänglich. Dieser Dienst wird ab Donnerstag,
06. Februar 2003 auf der Seite www.gotthardtunnel.ch
abrufbar sein. Sie brauchen nur meine Einsprache zu öffnen,
abzuspeichern, Ihre Gegebenheiten einzutragen und schon können Sie den
Ausdruck eingeschrieben bis 25. Februar 2003 einsenden. Falls
Sie keine Möglichkeit mit Internet haben, können Sie sich auch
telefonisch unter (041 – 870 52 65) melden. Wir helfen Ihnen weiter.
Schauen wir vorwärts, denken und handeln wir positiv. Unsere nächsten
Generationen werden uns dafür dankbar sein. Markus Gisler, Attinghausen |
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