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Presseartikel
Ein Jahr danachSeit dem tragischen Unglücksfall im Gotthardstrassentunnel, bei dem elf Menschen ums Leben gekommen sind, ist ein Jahr vergangen. Zum Gedenken an die Verunglückten ist in Airolo bei einem Gottesdienst eine Gedenktafel eingeweiht worden. Die Trauer bei den Hinterbliebenen ist noch immer gross und der plötzliche Verlust von geliebten Personen wird lange in schmerzlicher Erinnerung bleiben. Aus menschlicher Sicht war das Unglück eine Tragödie, die so nie hätte stattfinden dürfen. Zur Erinnerung sei hier erwähnt, dass ich erstmals im Jahre 1998, im Landrat, auf das Risiko einer solchen Grosskatastrophe aufmerksam gemacht habe. Unfälle passieren sicher immer wieder. Es gilt aber das Unfallrisiko möglichst zu minimieren. Ich zitiere dazu gerne Bundesrat Leuenberger der aktuell in einem Interview selbst gesagt hat: „Ginge es beim Bau einer zweiten Röhre nur um die Sicherheit, könnte man dazu ja sagen...“. Wer also mit dem Gedanken einer „Vision Zero“ spielt, das heisst 0 Verkehrstote, muss auch dementsprechend handeln. Handeln heisst in diesem Fall sofort mit dem Bau einer zweiten Röhre beginnen. Ein Vergleich zwischen Seelisberg- und Gotthardtunnel spricht nach 21 Jahren Betriebsdauer dazu eine klare Sprache. 216 Unfälle und 8 Tote im Seelisberg- gegenüber 844 Unfällen und 27 Toten im Gotthardtunnel, wobei vier der Opfer im Seelisberg bei Gegenverkehr ihr Leben verloren haben. Mit
einem Dosiersystem mit Kreuzungsverbot für LKW`s, das bis Ende September
2002 Bestand hatte und seither mit dem Tropfendosiersystem, bei dem das
Kreuzungsverbot aufgehoben wurde, versucht man heute das Unfallrisiko am
Gotthard zu mindern. Ich stufe aber die Gefahr eines neuerlichen
Grossereignisses im Gotthardstrassentunnel als sehr gross ein, denn wir
haben während 17 langen Kilometern auf der wichtigsten Nord-Süd-Achse
immer noch, wie vor dem Unglück vom 24. Oktober 2001, Gegenverkehr
zwischen Motorrädern, Personenwagen, Wohnwagen, Wohnmobilen, Cars und
Lastwagen. Ein zweiter Gotthardstrassentunnel wäre für den Kanton Uri ein verkehrstechnisch und volkswirtschaftlich wichtiger Faktor. Uri würde davon wesentlich profitieren (weg vom Negativ-Image als Stau- und „Verkehrsverhindererkanton“). Denken
wir positiv, handeln wir positiv. Man kann mit guten Gewissen für oder
gegen den Verkehr sein, man darf aber nie gegen die Sicherheit sein. Aus
diesem Grunde brauchen wir die 2. Röhre inklusive Ausbau der Nordrampe. Markus Gisler, Attinghausen |
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