Dosierungssystem und 2. Röhre
Vor gut 20 Jahren wurde im Kanton Uri die A2 und der
Gotthard-Strassentunnel fertiggestellt. Nach damaliger Planung sollte die neue Strasse den
Verkehr über Generationen hinweg "schlucken" können. Für den Fall, dass die
A2 dann einmal überlastet wäre, könne man den Schwerverkehr über die Kantonsstrasse
umleiten hiess es damals weiter. Ja, das war vor 40 Jahren! Bei besagter Verkehrsplanung
wurden auch Strassenbreiten (Kriechspur), Strassenaufbau etc. miteinbezogen. Doch auch in
diesem Bereich wurde im Kanton Uri nur das Minimum umgesetzt, was zur Folge hat, dass
heute grosse Sanierungen oder gar Neubauten gemacht werden müssen.
Personen, die schon damals Visionen hatten und aufzuzeigen versuchten, dass es anders
kommen würde, wurden eher belächelt. Ihre Warnungen wurden in den Wind geschlagen.
Der Gotthardtunnel war damals auf Grund der Verkehrsplanungen als zweiröhriger Tunnel
geplant, wurde dann aber aus finanziellen Gründen nur einröhrig erstellt. Eine
politische Fehlleistung, wie die heutige Situation am Gotthard zeigt. Können sich die
gegenwärtigen Verkehrsplaner weitere Fehlleistungen erlauben? Heute, wo der Zenit der
damaligen Planungen bei weitem überschritten ist, geht es nicht an, mit
"Kosmetik" Korrekturen anzubringen. Nur einschneidende Massnahmen können zur
Lösung des Verkehrschaos am Gotthard beitragen.
Der Entscheid, den Bundesbern vor 40 Jahren getroffen hat, einen einröhrigen
Gotthardtunnel zu bauen und dies wohlverstanden nur aus finanziellen Gründen und
nicht aus Verkehrsplanerischen Überlegungen muss nun endlich korrigiert werden.
Autobahnen haben getrennte Fahrspuren, weil nicht zuletzt dadurch das Unfallrisiko
minimiert werden kann. Warum sollte ein solch einleuchtender Grundsatz nicht auch am
Gotthard seine Berechtigung finden? Zudem wurden die Autobahnen zum Fahren gebaut und
nicht um Stauräume einzurichten. Das Bestreben nach mehr Sicherheit ist ein Anliegen, dem
nicht nur nur die Automobilhersteller, sondern auch die Strassenbauer nachkommen sollten,
leisten doch die Automobilisten durch Zölle, Vignetten, Gebühren, Steuern etc. den
wesentlichsten Anteil an die Strassenkosten.
Die Lösung heisst demzufolge: Die Dosierung der Transitlastwagen auf 3'500 Stück oder
auch weniger muss an der Grenze erfolgen. Dies bedingt Nachverhandlungen durch den
Bundesrat mit der EU. Die Dosierung in den Kantonen Uri und Tessin muss sofort aufgehoben
werden. Was heute unter dem Deckmantel Sicherheit an Verkehrslenkung gemacht wird, ist
schlichtweg eine Frechheit. Um die Sicherheit entscheidend zu erhöhen und den
Begegnungsverkehr auszuschliessen braucht es die zweite Röhre inklusive Ausbau der
Nordrampe.
"Man kann mit gutem Gewissen für oder gegen den Verkehr sein, man darf aber nie
gegen die Sicherheit sein".
Markus Gisler, Attinghausen