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Presseartikel vom 28. November 2000
Höchstmass an Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel
Eine zweite Röhre am Gotthard ein Dauerthema, das nach den Katastrophen in
ausländischen Strassentunnels immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Befürworter wie
Gegner versuchen mit unterschiedlichsten Argumenten die Leute für ihr Anliegen zu
gewinnen.
Es gibt viele Gründe eine zweite Röhre am Gotthard zu befürworten oder sie abzulehnen.
Ein Aspekt aber bringt Gegner und Befürworter heute schon zusammen, nämlich die Frage
nach der Sicherheit.
Seit dem Bau des Gotthard-Strassentunnels ist man bestrebt, unter den gegebenen
Voraussetzungen, ein Höchstmass an Sicherheit zu gewährleisten. Durch die Erkenntnisse
aus den letzten Tunnelkatastrophen weiss man aber, dass es heute darum gehen muss, auch
die letzten Unfallrisiken auszuschalten.
Die ständig steigenden Frequenzen auf der Nord-Südachse, lassen möglichen
Risikofaktoren im Gotthard-Strassentunnel aber immer realistischer erscheinen. Mit der
steigenden Zahl der alpenquerenden Lastkraftwagen (zu den bisherigen rund 1`200`000 kommen
ab 01. Januar 2001 zusätzlich 300`000 40-Tönner und 220`000 Leerfahrten), werden sich
solche Unfallgefahren kaum vermindern. Ein allfälliger Imageverlust und die
wirtschaftliche Folgen einer Katastrophe am Gotthard können und dürfen nicht
leichtfertig in Kauf genommen werden.
Nur durch den Bau einer zweiten Röhre und dem gleichzeitigen Ausbau der Nordrampe
(Kriechspur und Pannenstreifen), können heute klar erkannte Risiken eines nicht
richtungsgetrennten Strassentunnels eliminiert werden. Vergleichszahlen mit
richtungsgetrennten Anlagen sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache.
Ein grösstmöglichstes Mass an Sicherheit muss deshalb auch im Gotthard-Strassentunnel
angestrebt werden. Nur ein richtunggetrennter Strassentunnel vermag den heutigen
Anforderungen noch zu genügen.
Eine zweite Röhre am Gotthard, ein Sicherheitsgewinn für Benutzer und Betreiber.
Man kann mit guten Gewissen für oder gegen den Strassenverkehr sein man darf aber
nie gegen die Sicherheit sein!
28. November 2000
Markus Gisler; Landrat FDP
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