Sowohl die Habsburger als auch die Urner finanzierten durch die Zölle, die anscheinend für den Unterhalt der Saumwege eingezogen wurden, ihren Haushalt. Die Urner exportierten v.a. Käse und vernachlässigten die Viehzucht und die Produktion von Grundnahrungsmitteln. Deswegen wurden sie krisenanfällig. Lief der Gotthardhandel normal ab, beschafften sie sich die Güter leicht vom Ausland. Stiegen aber die Preise aufgrund von Missernten an, kam es regelmässig zu Hungersnöten. Sie erbitteten Hilfe von ihren eidgenössischen Verbündeten in Luzern.
Schlacht zwischen Russen und Franzosen Am 25.September des Jahres 1799 kam es zur Schlacht zwischen den Russen unter General Suworow und den Franzosen mit ihrem Anführer Napoleon in der Region der Teufelsbrücke, wobei diese schwer beschädigt und unbegehbar gemacht wurde. Zu Ehren General Suworows und den 700 Toten Russen steht heute neben der Schöllenen ein Denkmal. Das ausgeplünderte Uri lag nach dem Kriegsjahr in Elend. Der Transitweg über den Gotthard brach zusammen, da Uri nicht mehr in der Lage war, den Passweg neu zu erbauen. Die Säumer wichen auf die ohnehin billigen Bündnerpässe aus. Fahrbahrmachung der Gotthardstrasse Im 19.Jahrhundert diskutierten die Kantone Uri, Schwyz, Luzern und Tessin über die Fahrbarmachung der Gotthardstrasse. Aber Uri war wegen Fehlen von finanziellen Mitteln dagegen, bis schliesslich die Konkurrenz die Splügenstrasse baute. 1820 ging der Auftrag an den billigsten Bewerber, Cyrillo Jauch, der sein Projekt in 10 Jahren fertigstellte. Aufkommen des Kutschenverkehrs Durch den Ausbau der Fahrstrasse begann die Blütezeit der Kutschen. Drei mal wöchentlich verkehrte eine Postkutsche auch im Winter zwischen Flüelen und Chiasso. Eine Reise von Basel nach Mailand dauerte 50 Stunden und kostete 68.60 Fr., was etwa heute 12'000.- Fr. entspräche. Bau der Axenstrasse durch Karl Emanuel Müller 1860 beauftragte der Nationalrat den Urner Ignenieur Karl Emanuel Müller mit dem Ausbau der Alpenstrasse und einer Landverbindung zwischen Brunnen und Flüelen, der Axenstrasse. Dieses Projekt wurde innerhalb von 4 Jahren, d.h. von 1862 bis 1865, erfolgreich beendet. Der Tunnelbau In der Mitte des 19.Jahrunderts tauchte dann bald die Frage einer Alpenbahnlinie auf. Alle Pässe wurden auf Steigung, Streckenlänge und Fahrzeit geprüft, und der Gotthard kam als eindeutiger Sieger hervor. 1871 wurde der Gotthardvertrag von den interessierten Staaten Italien, Deutschland und der Schweiz unterzeichnet. Erstmals wurden die Eisenbahnbrücken aus Eisen erbaut. Die Verantwortung für den Tunnelbau wurde Louis Favre aus Genf zugeteilt. Im Abkommen war vereinbart, dass die maximale Bauzeit nicht mehr als acht Jahre dauern dürfe, ansonsten würde er für die restlichen Unkosten haftbar gemacht werden. Dieses trat dann auch ein. Nach weniger als neun Jahren gelang der Durchbruch am 28.Ferbruar 1880 mit einer seitlichen Abweichung von 33cm. Die Sprengungen wurden mit Dynamit durchgeführt. Doch leider starb Louis Favre 233 Tage vor dem Durchstich an einem Herzschlag. Wegen der Zeitüberschreitung verarmte die ganze Familie. Von den 2480 Arbeitern, die beim Bau direkt beteiligt waren, stammte der grösste Teil aus Italien. Viele von ihnen erkrankten an den giftigen Dämpfen, die bei den Sprengungen freigesetzt wurden. 197 starben dann schliesslich. Im Juli 1875 forderten die Arbeiter einen Franken mehr Lohn, das war etwa ein Drittel mehr. Der Streik wurde dann aber von der Urner Miliz niedergeschlagen, indem sie ziellos in die Menge schoss. Ab dem 1.Juni 1882 wurde der regelmässige Reise- und Güterverkehr Immensee-Chiasso aufgenommen. Der Autobahnbau In der 50er Jahren nahm der "Autoboom" in der Schweiz so stark zu, dass bereits 1960 eine halbe Million Automobile zu verzeichnen waren. Gleichzeitig gewann Italien an touristischer Bedeutung. Im Juni desselben Jahres trat dann auch das Nationalgesetz in Kraft, welches besagte, dass die Hauptfinanzierung der Lininenführung der Bund zugeschrieben bekäme, aber die Bau- und Unterhaltsarbeiten den jeweiligen Kantonen in die Hände gelegt werden. Eröffnung des Autobahntunnels 1980 Mit dem Bau der N2 von Basel nach Chiasso wurde der Autobahntunnel innerhalb von 11 Jahren fertiggestellt und konnte am 5.September 1980 eröffnet werden. Doch heute kann trotz des Baus des Tunnels der Transitverkehr über den Gotthard nicht einwandfrei bewältigt werden. Häufig kommt es zu Staus, v.a. zur Ferienzeit
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